Sonntag, 2. Juli 2017

Video-Podcast #23/2017 vom 02.07.2017 | Bundeskanzlerin, Brathering, Labskaus und Win-Win.

Heute durfte Student Marian Ulrich Blok die Fragen vorlesen. Die erste Antwort:

Bundeskanzlerin Angela Merkel:
"Also erst einmal ist das Format der G20 – und ich freue mich natürlich, die Regierungschefs aus den Ländern begrüßen zu können – ein Format, das auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs entstanden ist, als wir die große Finanzkrise hatten. Das heißt, es ging darum, gemeinsam aus einer sehr schwierigen Situation nach dem, ja, „Zusammenfall“, muss man ja sagen, großer Teile der Finanzmärkte, die Welt und das Wachstum wieder zu stabilisieren. [...]"

Die Finanzkrise wurde 2008 öffentlich, als das Kabinett Merkel I (CDU/CSU/SPD) regierte. Merkel und Steinbrück garantierten damals die Spareinlagen der Sparer. Dazu waren sie zwar nicht befugt, aber eine gute Regierung weiß immer, das Volk an der Nase herumzuführen.

Zurück zum Video-Podcast. Schon seit 1999 haben sich die Finanzminister und die Notenbankchefs der G20 zu jährlichen Konferenzen getroffen. Erst seit der Staats- und Bankschuldenkrise im Jahre 2008 besetzen die Regierungschefs der G20 die Konferenzsessel. Die G20 wurzeln im 20. Jahrhundert, als Angela Merkel noch Kohls Mädchen war.

Zum Schluß des Video-Podcast fasst die Bundeskanzlerin klar und verständlich zusammen. China ist groß und will China first. Indien ist groß und will India first. Wir finden das in Ordnung. Darum treffen wir uns bei Brathering und Labskaus in Hamburg. Das werden China und Indien nicht lange aushalten und wir machen Winke-Winke. Bei Trump können wir nicht so sicher sein. Donald hat deutschen Migrationshintergrund. Daher sind Donald und ich wesensverwandt. Donald will nämlich America first und ich will Angela first. Frau Merkels letzte Antwort:

Bundeskanzlerin Angela Merkel:
"Ich glaube, dass wir auf der einen Seite die wirtschaftliche Entwicklung haben, aber auf der anderen Seite natürlich aber auch – bei Ländern wie China oder Indien – auch geostrategische Vorstellungen. Und je stärker die Entwicklung, in China zum Beispiel, voranschreitet, umso mehr entwickelt man natürlich auch Konzepte über die eigene Rolle in einer multipolaren Welt. China hat strategische Interessen, China möchte Handelswege auch mit absichern; hat sich deshalb auch bei den Vereinten Nationen, in verschiedenen Missionen, mit engagiert und wird Schritt für Schritt auch in der Außenpolitik eine stärkere Rolle spielen. Das, finde ich aber, ist auch in Ordnung. Denn China ist ein großes Land, und ähnlich wird es auch mit Indien sein. Und wir müssen jetzt nur sehen – und dafür bietet G20 natürlich eine ganz gute Voraussetzung –, dass wir auch über diese unterschiedlichen Interessenlagen sprechen; und daraus nicht unversöhnliche Kämpfe machen, sondern – jetzt mal ganz einfach gesprochen – zum Wohle der Weltwirtschaft eine wirkliche Win-Win-Situation daraus machen. Und darum geht in Hamburg."

Links
Indien: Energie | Ein Zwerg und ein Riese.
China: Eisenbahnen | Deutschland lässt China erblassen.
Flughafen Berlin-Brandenburg Willy Brandt: Infrastruktur | Es lebe BER, der 1. Null­emis­sions­flug­hafen der Welt.